
Critical Mass fordert „Rückenwind“ für den Radverkehr
Am Dienstag, 5. Mai startet um 18 Uhr am Holzmarkt die monatliche Critical Mass Jena. Diesen Monat wendet sich die friedliche Fahrraddemo der Radinfrastruktur auf Landesebene zu.
Thüringen ist bundesweit Schlusslicht im Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. „Mit einem Anteil von 8,7 Prozent überörtlicher Radwege an allen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen belegt das Land den letzten Platz im Ländervergleich“, sagt Organisatorin Ulrike Röger. „Während Hamburg jährlich rund 57 Kilometer Radwege baut, schafft Thüringen durchschnittlich nur 8,4 Kilometer pro Jahr. Gemessen auf die jährliche Straßenbautätigkeit ist das lediglich ein Längenanteil von 0,1 Prozent.“
Auch die Investitionssumme für den Radverkehr von 0,57 Euro pro Einwohner und Jahr liegt deutlich unter dem Niveau anderer Bundesländer. „Das ist kein zukunftsweisender Rekord“, ergänzt Andreas Seher vom ADFC Jena-Saaletal. „Ohne die entsprechende Infrastruktur für Alltagswege bleibt auch der Radverkehrsanteil unter dem im Thüringer Radverkehrskonzept 2.0 für 2025 anvisierten Ziel von zwölf Prozent weit zurück.“
Dabei erkennt die Thüringer Landesregierung die Bedeutung des Radverkehrs durchaus an. „Im Regierungsvertrag ist die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes 2.0 ebenso festgeschrieben, wie zusätzliche Investitionen für den Ausbau und die Instandhaltung alltagstauglicher Radwege zu einem Alltagshauptroutennetz“, so Seher weiter.
Die Critical Mass Jena möchte die Landesregierung und auch die Stadtverwaltung Jenas an ihre Versprechen für eine faire und zukunftsweisende Mobilitätsgestaltung erinnern. Jeder ist eingeladen mitzuradeln.