Fahrraddemo

Nur eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt

 

Am kommenden Wochenende erobern zehntausende Kinder, Jugendliche und ihre Eltern mit bunten Fahrraddemos die Straßen. Als „Kidical Mass“ demonstrieren sie für ein Umdenken und konkrete Schritte in der Verkehrspolitik. Auch Erfurt und Jena sind dabei.

 

Kinder und Jugendliche sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad und zu Fuß bewegen können. Doch das aktuelle Straßenverkehrsrecht verhindert das, denn es bevorzugt allein das Auto. Das muss sich dringend ändern. Deshalb finden am 14. und 15. Mai in 180 Orten in ganz Deutschland und weiteren Ländern unter dem Motto „Uns gehört die Straße“ Fahrraddemos für kinder- und fahrradfreundliche Orte statt.  Überall werden dann Kinder auf‘s Laufrad oder auf’s eigene Fahrrad steigen oder sich bei Papa in den Fahrradanhänger oder bei Oma auf den Kindersitz setzen und gemeinsam durch die Orte rollen.

Was sie fordern, ist ein Umdenken in der Verkehrspolitik:

  • Ein neues Straßenverkehrsrecht soll den ungeschützten Verkehrsteilnehmer*innen Vorfahrt geben – vor allem den Kindern. Es muss die Schutzbedürftigkeit von Kindern in den Mittelpunkt stellen, Vision Zero – null Verkehrstote und Schwerverletzte – zum Ziel haben und die selbstständige und sichere Mobilität der Kinder ermöglichen.
  • Städte und Gemeinden müssen die Freiheit erhalten, kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen umzusetzen, sondern im gesamten Stadtgebiet. Das umfasst zum Beispiel Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr (temporäre Kfz-Durchfahrtverbote), Fahrradstraßen und Fahrradzonen als flächendeckendes Netz und Grundlage für ein sicheres Schulwegenetz sowie geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen und Landstraßen sowie geschützte Kreuzungen (nach niederländischem Vorbild).

Auch in Jena und Erfurt wird es am kommenden Wochenende Kidical-Mass-Demonstrationen geben. Die Treffpunkte dafür sind:

  • Jena: Sonnabend, 14.5.2022, 14 Uhr, Stadtkirche (Ziel: Familienfest im Paradiespark).
  • Erfurt: Sonnabend, 14.5.2022, 15 Uhr, Willy-Brand-Platz (Ziel: Theaterplatz, Streckenlänge: 5 km)

Mitradler*innen sind herzlich willkommen!

"Der ADFC Thüringen und seine Kreisverbände unterstützen das Anliegen der Kidical Mass ausdrücklich und bringen sich in die Organisation der Veranstaltungen ein. Denn gerade für Kinder und Jugendliche ist das Fahrrad oft das einzige Verkehrsmittel, mit dem sie sich selbstständig in einem größeren Radius bewegen können, und nur eine Fahrradstadt ist eine kinderfreundliche Stadt!", so Tanja Ernst-Adams vom ADFC Thüringen.

Ob Jena oder Erfurt, Hamburg, Salzburg, Paris, London oder Guayaquil: Die Kidical Mass ist eine weltweite Bewegung. Die bunten Fahrraddemos haben Kinder und nachhaltige Mobilität im Fokus und setzen sich für lebenswerte Städte ein. Herzstück des Kidical-Mass-Aktionsbündnisses zahlreiche lokale Organisationen in mehr als 180 kleinen und großen Orten, mit Beteiligung von Alt und Jung, Familien und Singles, Radentscheiden, regionalen Gruppen der großen Verbände, Privatleuten und lokalen Initiativen. Die Kidical Mass zeigt, dass sich ein großer Anteil der Bevölkerung fahrradfreundliche Veränderungen wünscht und bereit ist, diese auf der Straße einzufordern.

Die Forderungen der Kidical Mass sind in einer Petition festgehalten, die bereits von mehr als 70.000 Menschen unterzeichnet wurde: https://weact.campact.de/petitions/uns-gehort-die-strasse-wir-brauchen-ein-kinderfreundliches-strassenverkehrsrecht

 


https://jena.adfc.de/pressemitteilung/nur-eine-fahrradstadt-ist-eine-kinderfreundliche-stadt

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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